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Brand & Wiederaufbau
Was 1993 mit Straßeneinsätzen am Bahnhof anfing, 1997 mit der ersten Aufnahme von drei Mädchen von der Straße in eine WG im Ger weiterging, hatte sich bis 2006 auf vier blühende Kinder-WG`s ausgeweitet. Doch dann kam ein schmerzvoller Einschnitt: 
Brand im Straßenkinderhaus
Am 04.12.06 brannte in den frühen Morgenstunden eines unserer Straßenkinderhäuser ab. Der Grund war ein defekter Heizlüfter, der den nahen Vorhang, Wand und Decke des Holzhauses in Brand setzte. Das Feuer breitete sich so schnell aus, dass es nicht zu stoppen war. Erst drei Feuerwehreinheiten konnten dem Feuer nach ca. einer Stunde Einhalt gebieten. Alle Kinder und mongolischen Mitarbeiter konnten unverletzt gerettet werden. Jedoch für unsere langjährige Mitarbeiterin und Freundin Isabelle Sieber aus der Schweiz kam jede Hilfe zu spät. Sie konnte nur noch tot geborgen werden. Das Haus, gerade ein Jahr vorher neu bezogen, wurde zu einem Drittel völlig zerstört, der restlicheTeil durch Rauch und Löschwasser stark beschädigt.


Isabelle Sieber

Das Straßenkinderhaus...
...im Dezember 2005 bezogen.
...Brand im Dezember 2006.
...Wiederaufbau (Stand Oktober 2007).

im alten Haus

Sie war wie eine Mutter für etliche verwahrloste, misshandelte, ausgestossene Kinder.

Wir waren einerseits geschockt, andererseits voller Freude, weil wir wissen, dass Isabelle jetzt bei Jesus ist, als erste von uns allen im Ziel angekommen! Wir können nicht verstehen, wieso das passieren konnte, aber wir wissen: Gott hat die Kontrolle über alles! Bibelverse wie: "Seine Gedanken sind höher als unsere Gedanken" und "Denen, die Gott lieben muss alles zum Guten mitwirken", bekamen eine tiefere Bedeutung.

Isabelle hat ihr ganzes Leben für Jesus gelebt, war treu in dem, was Gott ihr anvertraut hatte. Ihre Leidenschaft war es, Ihren geliebten Jesus anzubeten. Sie hatte ein reines Herz, lebte vor ihrem Herrn und war bereit, ihm zu begegnen. Sie war seit dem Jahr 2000 bei HELP, hat den Kinder-Betreuungsdienst mit aufgebaut. Ihr Dienst war mehr im Hintergrund. Sie war einfach wie eine Mutter, immer da für über 10 Kinder aus sehr schlimmen Verhältnissen, aber ihr Dienst war trotzdem existenziell. Durch ihren Tod gibt sie eine starke Botschaft weiter, lauter, als sie im Leben je geredet hat. Das ganze Land wurde aufgerüttelt , für das richtige Ziel mit den richtigen Werten zu leben. - ständig kamen Pastoren und Gemeindeleiter und drückten ihre Anteilnahme aus. Leute brachten Lebensmittel, Kleidung, Geldspenden. Eine Gemeinde schickte einen ihrer Leute durch die ganze Stadt, um die größte und beste Waschmaschine für uns zu kaufen. Im Fernsehen, Radio und Zeitungen wurde viel berichtet. Ein nichtchristlicher Reporter sah die Bilder, die Isabelle im Gebet empfangen und in ihr Tagebuch gemalt hatte, wischte sich verlegen die Tränen aus den Augen und meinte: "Sie war wirklich eine Frau Gottes!" Der Ministerpräsident schrieb einen Zeitungsartikel über das "Mädchen mit der guten Seele". Einige Leute wollen Isabelle sogar ein Denkmal errichten. Selbst die Regierung wendete sich an uns, um uns ihr Beileid auszudrücken, und an Isabelles Eltern wurde die "Gerechtigkeits-Medaille der guten Werke" überreicht (vergleichbar mit dem Bundesverdienstkreuz). Es scheint, als ob Gott das alles benutzt, um hier im Land etwas Neues zu tun.

Das Haus wurde erfüllt von dem Duft des Öls! Ein Bild für Isabelles Leben. Sie hat in der Anbetung oft prophetische Bilder gemalt




Abschied von einer treuen Freundin.
Am Montag, den 11.12.06 fand die Gedenkfeier statt. Ca. 700 Leute versammelten sich, um Isabelle die letzte Ehre zu erweisen. Einige der Kinder, die sie vor fünf Jahren von der Straße aufgenommen hatte, gaben unter Tränen Zeugnis, wie Isabelle durch ihre Liebe und Geduld ihre Leben nachhaltig verändert hat. Danach wurde ihr Sarg im Autokonvoi zum Flughafen begleitet. Beerdigt wurde sie am 14.12.06 in der Schweiz. Dort kamen neben ihrer Familie viele Freunde aus der Schweiz, Deutschland und der Mongolei zusammen. Große Dankbarkeit für Isabelles Lebenszeugnis überstrahlte alle Trauer.
Bau des neuen Kinderzentrums
Auf den Grundmauern des abgebrannten Hauses für Straßenkinder entstand 2007 das neue Kinderzentrum. Gott wirkt etwas wunderbares Neues. Die Nachricht von dem Brand und Isabelles Tod ging um die ganze Welt und hat überall unzählige Herzen berührt. Wir waren überwältigt und sehr dankbar, zu sehen wie innerhalb kürzester Zeit viele großzügige Spenden von überall her kamen und das Haus nicht nur wieder aufgebaut, sondern ein viel größeres, neues Kinderzentrum entstehen konnte. Vielen herzlichen Dank auch hier im Namen der Kinder der Mongolei an alle Spender. SIe haben viel investiert in dieses Land, dass wird reichlich Segen hervorbringen!

Im neuen Kinderzentrum leben wir mit bis zu 30 Kindern in familiären Wohngemeinschaften zusammen. Das Herz in diesem Dienst ist neben vielen hingegebenen Mitarbeitern, die ihr Leben mit den Kindern teilen, Gott selbst. Seine Vaterliebe wirkt an ihnen, sie werden heil an Leib, Seele und Geist und bekommen neue Hoffnung und Vision für ihr Leben. Wir wollen in den Kindern durch Geborgenheit, Annahme und Lebenswerte ein stabiles Fundament legen. So können sie zu verantwortungsbewußten Mitgliedern der Gesellschaft werden. Wir glauben, dass Gott sie gebrauchen will, bleibende Werte zu leben und die Zukunft des Landes zu prägen.

Hier ein paar Eindrücke von den einzelnen Bauphasen:

Einweihung des neuen Kinderzentrums
Am Freitag, dem 2. November 2007 war es so weit. Etwa 150 Personen waren gekommen: der Distriktleiter, der Schweizer Konsul, Polizei- und Feuerwehrchef, Vertreter von Kinderorganisationen, von den französischen Ordensschwestern bis hin zum Direktor des staatlichen Waisenhauses, viele befreundete Pastoren der Allianz, etc.

Das Programm wurde mit Klängen der mongolischen Pferdekopfgeige eröffnet, es gab viele kurze Ansprachen, Dankesreden, Lieder und Berichte, auch von den 30 Kindern, die im neuen Haus wohnen werden. Sie waren voller Dankbarkeit, erkannten ganz neu Gottes Liebe, der sie mit so einem tollen Haus beschenkt. Anschließend konnte man das Haus besichtigen und sich dabei mit Getränken und Snacks stärken.

Am Tag darauf zogen die 30 Kinder und unsere Mitarbeiter voller Freude in ihr neues Zuhause ein. Der Dienst geht nun in einer neuen Dimension weiter ... !

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