14 Tote nach Silvesterfeier mit gepanschtem Wodka führt zu sofortigem totalen Verkaufsverbot im ganzen Land. 20 Tage "ohne" und seine Folgen.
Eine ganze Nation wird verändert!
Es schien wie ein Traum, was sich da 20 Tage lang vor den Augen der ganzen Mongolei abspielte und zum Gesprächsthema Nr.1 in allen Medien und auf den Straßen wurde: Eine alkoholfreie Mongolei! Die Kriminalitätsrate sank, keine Gewalt und Schlägereien auf den Straßen und in den Familien, in den Krankenhäusern und Polizeistationen ungewöhnliche Stille...
Schild im Laden: Die Folgen von Alkoholmissbrauch werden in abschreckender Weise geschildert.
Stop!!! Warnung vor Alkoholmissbrauch
Eigentlich ist die Tatsache von derartigen Vergiftungen nichts Neues, aber diesmal war die ganze Nation erschüttert. Sämtliche Bestände in Supermärkten, kleinsten Läden und Bars, sowie der herstellenden Betriebe wurden zu Kontrollzwecken beschlagnahmt. Was dabei ans Licht kam, sorgte für weitere Aufregung und Konsequenzen, die bis heute nicht abgeschlossen sind. Ein weitreichendes Netz von Korruption und Illegalität wurde aufgedeckt, Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen.
Alleine in Ulaan Baatar gibt es 120 größere und kleine Betriebe, die Wodka herstellen. Bis zum 20.1. wurden 40 dieser Betriebe nach Reinheits-und Qualitätskontrollen geschlossen.
Was aber noch durch diesen Vorfall ausgelöst wurde, war ein öffentliches, tiefes Wahrnehmen eines gesellschaftlichen Problems: Alkoholmissbrauch. Ein Prozeß des Nachdenkens und Fragens auf persönlicher und familiärer, sowie politischer und gesellschaftlicher Ebene hat begonnen. Viele Menschen beschäftigen sich nun mit der Frage, was sie verändern können, und wie.
Eine neue Offenheit für das Evangelium ist zu spüren.
Eine Sehnsucht nach Werten, echtem Frieden und Freiheit von Sucht. Im Parlament werden Gesetzesänderungen und neue Gesetze zum Schutz vor Alkoholmißbrauch diskutiert und beschlossen (z.B. die Limitierung von Läden, die Alkohol verkaufen dürfen:auf 2´000 Personen je ein Laden. Oder die limitierte Herstellung und Abgabe nach Alter und Bedarf).
Die Stunde der Veränderung einer ganzen Nation hat geschlagen. Eine neue Sensibilität und Aufstehen für Gerechtigkeit sind zu spüren. Ein hoher Politiker bat das Volk stellvertretend um Vergebung für geschehenes Unrecht während der sozialistischen Zeit. Wir wollen die Zeit erkennen und zusammen im Gebet und praktisch für dieses Ziel eintreten:Eine vom Evangelium durchdrungene und erneuerte Gesellschaft, veränderte und befreite Menschen, die Gottes liebenden Charakter und Sein Reich widerspiegeln und weitertragen.
Winterrettungsteam:
Die Folgen des Alkoholbanns waren auch in diesem Dienst unübersehbar: Keine Betrunkenen mehr, die bei eisiger Kälte auf den Straßen herumlagen. Seit Aufhebung des Verbots ist ein Rückgang der hilfsbedürftigen Betrunkenen um ca. 80% zu verzeichnen!
Die freie Kapazität nutzt das Rettungsteam nun, indem es tagsüber und nachts auf den Straßen die gute Nachricht verkündet. Der Rettungsbus, nun mit Lautsprecher und Musik ausgerüstet, dient als mobiles "Straßen-Cafe", wo sich Leute bei einer Tasse heißem Tee aufwärmen und mehr über Jesus erfahren können. Betrunkene können so auch weiterhin mitgenommen werden.