Nach dem Abbruch einer Ringerkarriere aus gesundheitlichen Gründen in jungen Jahren wurde ich als Geschäftsmann im Fleischhandel tätig. Der Erfolg und die finanziellen Möglichkeiten stiegen mir jedoch zu Kopf und ich ließ mich auf Dinge ein, die nicht gut für mich und meine Familie waren. U. a. wurde ich in dieser Zeit alkoholabhängig. Dieser Lebensstil beeinträchtigte zunehmend das Geschäft, so dass ich Kredite aufnehmen musste, bis meine Firma schließlich Konkurs ging. Als die Bank unser Heim übernahm, trennte sich meine Frau von mir und zog mit unserer Tochter zu ihren Eltern. Ich ging nach Ulaanbaatar. Das war vor drei Jahren. Wegen Alkohol konnte ich keine Arbeitsstelle halten, und als mein Pass weg war, fand ich gar keine Anstellung mehr. Ich lebte in Fernwärmetunneln bis ich letzten Winter zur Notübernachtungsstelle von HELP kam. Nach der ersten Übernachtung erfuhr ich von der Rehabilitation und der Möglichkeit, dort vom Alkohol los zu kommen. Noch am selben Tag konnte ich aufgenommen werden, seitdem lebe ich hier.
Ich habe Jesus kennen gelernt und weiß, dass er in mir lebt und mich von der Vergangenheit gereinigt hat. Er hilft mir dabei, sanft, demütig und geduldig zu werden und meinen Ärger zu überwinden. Im August kommen meine Frau und meine Tochter mich besuchen, und ich wünsche mir sehr, dass wir als Familie neu anfangen können. Mir tun meine Fehler der Vergangenheit wirklich leid.
Viel los in der Reha
Freizeit
Mogi pflastert mit Bold den Hof, Pudsche holt mit Tschimba und Tufschen ein Ger ab, Baatar und Bataa kochen, Georg geht mit Gamba und Sänaa zum Renovieren, ?
Viele Namen, viel zu tun - viel los in unserer vor fünf Monaten eröffneten Alkohol-Rehabilitation.
Neue Leute kommen, es geht auch schon mal einer. Die meisten aber bleiben dran. Zurzeit sind zehn Gäste zur Therapie hier, zwei weitere wollen diese Woche anfangen.
Gemeinsam arbeiten
Viel los auch innerlich: Buße, Vergebung, ans Kreuz mit dem Schrott aus der Vergangenheit bewegende Ereignisse, die Leben erneuern. Die Veränderung unserer Gäste zieht ihre Kreise und beginnt, Angehörige zu erreichen. Hischges Mutter kommt jetzt in den Gottesdienst, Amras Frau öffnet sich für den Glauben, Bataas Frau ist neugierig geworden und will ihn besuchen kommen.
Wiederherstellung von Familien, neuer Lebensinhalt und neue Ziele auch als Reha wollen wir unseren Teil dazu beitragen, das Evangelium von Jesus in die Gesellschaft zu bringen. Doch eine Therapie dauert ihre Zeit:
Morgen also werden Pudsche und Baatar zum Renovieren gehen, Tufschen und Gamba kochen, und ?
Eröffnung der Alkoholrehabilitation: „Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht!“ Am 31. Januar 2010 wurde unsere neue Alkoholrehabilitation offiziell eröffnet.
Walter Heidenreich
& Axel Fischer
Unsere Ehrengäste waren Walter Heidenreich (Leiter der Freien Christlichen Jugendgemeinschaft Lüdenscheid) und Martin Rohsmann (Leiter von HELP International e.V.).
„Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht“! Diese tiefe Wahrheit war die Mitte von Walter Heidenreichs Botschaft. Auch wenn es keiner verdient, eine weitere Chance in seinem Leben zu bekommen, regiert Gottes Gnade über alle Sünde. Dies gilt auch für unsere Hilfesuchenden und die vielen Alkoholiker in unserer Stadt. Wir möchten den Not leidenden Männern in ihrer hoffnungslosen Lage eine Botschaft der echten Hoffnung und Liebe bringen. Mittlerweile haben wir 9 Männer aufgenommen,
Reha-Team
die nun erste Schritte in der Nachfolge Jesu gehen.
Tuwshin, unser erster Gast zur Therapie, der anfangs Januar zu uns kam, wurde bei der Eröffnungsfeier das erste mal tief von Gottes Liebe berührt. Gott fängt an, in ihm zu wirken.
Unter Tränen erzählte Nazgaa, Mitarbeiterin im Reha Team, deren Ehe ebenfalls durch die Alkoholsucht ihres Mannes zerstört und durch Jesus wiederhergestellt worden war, was sie erlebte: „Durch die Statistik über die Obdachlosigkeit und Alkoholsucht der Männer unserer Stadt, die wir an unserem Eröffnungsfest hörten, wurde ich tief berührt und auch überführt. Ich dachte immer, dass die Männer ja selber schuld sind an ihrem Alkoholproblem und ihre Frauen so nicht mehr mit ihnen leben wollen. Aber mir wurde bewusst, dass dies nur zum Teil stimmt die Männer sind auch Opfer. Ich möchte nicht mehr nur den Frauen helfen, sondern auch den Männern, damit sie eine neue Chance bekommen!“